Seit einiger Zeit nutze ich Google Apps. Doch Microsoft holt auf. Auch Microsoft bietet Bildungseinrichtungen viele Produkte kostenfrei an, interessant etwa die Online-Dateiablage mit 25 GB, die Datensynchronisation über Rechner hinweg, jetzt auch: das Mesh in der Cloud.
In den Kernanwendungen, wie Mail, Kalender, Docs, wird man - je nach individuellen Schwerpunktsetzungen - zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen. GMail finde ich weiterhin, etwa wegen der Darstellung von Nachrichten in "Konversationen", sehr angenehm. Google-Kalender unterstützt die gemeinsame Terminverwaltung sehr gut. Google Docs bleibt interessant für kooperatives Arbeiten an Dokumenten. Die Alternative von Microsoft hat den Vorteil, dass Texte vom Netz geladen werden, um sie direkt in Word zu bearbeiten und danach wieder ins Netz zurückzuschreiben, wo Andere weiter am Text arbeiten können.
Es bleibt m.E. noch einiges für Microsoft zu tun: Zu einzelnen Anwendungen ist etwa eine jeweils erneute Registrierung notwendig, ein Hinweis auf eine eher geringe Integration. Manche Optionen in Anwendungen sind nur bei Benutzung des hauseigenen "Internet Explorer" sichtbar geschaltet, - dieses "Spielchen" sollte Microsoft aufgeben.
Vor allem aber wirkt die Produktlinie insgesamt wenig übersichtlich, ein Problem, das sich m.E. bereits an der Oberfläche andeutet. Bei Aufruf von mail.live.com erhalte ich:
Viele Punkte wirken wenig intuitiv: z.B. der Menüpunkt "Office Live" führt - überraschend - weiter zu officelive.com, dort u.a. zu Funktionen des Online-Speichers (und verlangt eine erneute Anmeldung). Die Liste der Ungereimtheiten ließe sich lange fortsetzen. Im Vergleich dazu die Oberfläche von Google Apps:
Auch die Lizenz-Varianten für den Bildungsbereich sind schwer zu durchschauen: Live@Edu, Dreamspark, MSDNAA, MBSAA, Open Academic, StudentOptions, oder vielleicht: Government Open Licensing Program, oder doch das wahre Office? (vgl. Google für Bildungseinrichtungen).
Sollte Microsoft diesen Produkt- und Lizenzdickicht lüften, wird Microsoft (wieder) ein interessanter Player (auch) für Bildungskunden. Gut für den Wettbewerb.
