Seit Jahren bemühen sich Google und Microsoft im Bildungsbereich ihre Online-Services zu plazieren. Google Apps für Education und nun auch die Edu@Live-Produkte von MS bieten Schulen und Hochschulen gehostete Online-Services und -Suiten gebührenfrei an: unlimitiert, werbefrei, 24/7 Support, telefonischer Hotline, Migrationsberatung usw. usw.
Google meldet international Erfolge bei der Akquisition von Hoch-/Schulen, aber z.B. die Landkarte belegt meinen Eindruck, dass man in Deutschland nicht gerade viele Einrichtungen findet, die sich zur Nutzung entschlossen haben.
Das Einsparpotenzial für den Bildungsbereich erscheint mir gegeben. Eine Exchange-Server basierte Inhouse-Lösung einer mittleren Universität kostet, sagen wir, leicht 0,5 Mio. Euro pro Jahr (oder gerne auch deutlich mehr)! Auch an Schulen baut man File-, Mail- , Sharepoint- oder Groupware-Server auf, ohne verfügbare, externe, oft kostenfreie Angebote in Erwägung zu ziehen. Die Argumente gegen externe, von Dritten gehosteten Lösungen sind ernst zu nehmen und die Fragen zur Datenpolitik von Google sind mir nicht unbekannt. Mir scheint auffallend, dass solche Lösungen eher selten erwogen werden - unter sachlicher Abwägung möglicher Probleme und Risken der unterschiedlichen Varianten.
Ich denke, perspektivisch wird man im Bildungsbereich, auch in Deutschland, nicht umhin kommen, sich mit diesen Angeboten auseinander zu setzen. Diese Angebote sind sicher nicht für alle Fälle und Einrichtungen geeignet, aber will man schnell und kostengünstig eine leistungsfähige Online-Infrastruktur für die Zusammenarbeit von Lehrenden und Lernenden aufbauen, erscheint es mir sinnvoll, solche Angebote näher zu untersuchen.
s.a. Campus Tech-Artikel
