Als Mediendidaktiker hat man es schwer, könnte man meinen: Wo gehören wir hin? Zu welcher Gesellschaft und Scientific Community? Als „Pädagogischer Psychologe“ war die Antwort für mich noch relativ klar, doch die Mediendidaktik sitzt scheinbar zwischen allen Stühlen. Der Kalender des Lehrstuhls weist in diesem Herbst aktive Beiträge von den mehr als 20 am Lehrstuhl beschäftigten Wissenschaftler/innen auf Tagungen etwa der Medienpsychologen (Dt. G. f. Psychologie), der Medienpädagogen (Dt. G. f. Erziehungswiss.), der Informatik-nahen E-Learning Forschung (DeLFI), der Mediendidaktiker an Hochschulen (GMW), der Fernstudienforscher (ICODL), aber auch z.B. auch der Tagung der europäischen Erz.wissenschaftler in Wien. Und dabei ließen sich noch einige, weitere interessante Tagungen im Herbst nennen, an denen wir nicht aktiv beteiligt sind.
Diese Bandbreite kommt meiner Neugier nach disziplinübergreifendem Wissen entgegen, und ich schätze die Vielfalt der Sichten verschiedener Communities auf ein und dasselbe Phänomen, nämlich Lern- und Wissensaustauschprozesse mit und in medialen Arrangements. Ich denke sogar, dass Mediendidaktik sich bewusst als vernetzende Disziplin verstehen sollte, die Wissen dieser verschiedenen Sichten aufnimmt und in Gestaltungsvorhaben einbringt. Die "traditionelle" Lernforschung, wie ich sie selbst im Mainstream-Paradigma der Pädagogischen Psychologie erfahren und bearbeitet habe, ist notwendig, aber nicht hinreichend, weil sie Fragen der Gestaltung von Lernangeboten schwerlich beantworten kann. Und deswegen lebe ich gut und gerne mit dem Schicksal als Mediendidaktiker. Der (Tagungs-) Herbst bleibt spannend.
